Dr. med. (RUS) Irina Hasewinkel, Fachärztin für Augenheilkunde
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Netzhaut

Netzhaut-Risse und Netzhautlöcher

 


Dioden-Laser

Risse und Löcher der Netzhaut können unerkannt zu einer Abhebung führen. Es ist deshalb wichtig, in regelmäßigen Abständen die periphere Netzhaut auf derartige Veränderungen kontrollieren zu lassen. Kurzsichtige Personen sind eher von sogenannten äquatorialen Netzhautdegenerationen betroffen. Gehäuft treten diese Degenerationen nach Unfällen am Auge auf. Wird das Netzhautloch rechtzeitig mit dem Laser behandelt, kommt es meist nicht zur Netzhautablösung. Ohne rechtzeitigen Eingriff kann es zur Erblindung kommen.
Wichtige Symptome für einen drohenden Netzhautriß oder Netzhautloch sind:
- vermehrte Trübungen des Glaskörpers
- schwarze Flecken im Gesichtsfeld, z.B. Rußregen
- Blitze "geradeso, als sei draußen ein Gewitter"
- ein sich von seitlich oder oben einschiebender "Vorhang"
- eine von unten aufsteigende schwarze Wand

Mit einem Argon- oder Diodenlaser wird um den Defekt herum die Netzhaut mit darunteriegendem Gewebe "verschweißt" und gesichert.

Venöse Gefäßverschlüsse der Netzhaut

Durch venöse Gefäßverschlüsse - Venenastthrombose oder Zentralvenenthrombose - kommt es zu sekundären Schäden der Netzhaut. Im schlimmsten Fall kommt es durch Netzhautablösungen oder durch das kaum behandelbare neovaskuläre Glaukom zur Erblindung.
Ursache für derartige Verschlüsse sind sog. Thromben, die die Gefäße verstopfen. Das Blut staut sich in der Vene und tritt anschließend in das umgebene Gewebe aus; es kommt zu Blutungen und damit zur Schädigung wichtiger Sehzellen. Ursache für diese Verschlüsse ist oftmals der Bluthochdruck, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und andere seltenere Krankeiten.

Während frische Venenasttrombosen neuerdings operativ versorgt werden können, werden ältere Verschlüsse (nach einer Flureszenzangiogaphie) durch Flächenkoagulation mit dem Argon- oder Dioden Laser behandelt.

Diabetische Retinopathie

Sie entsteht, weil sich die Gefäße der Netzhaut (Retina) verändern. Einerseits treten Gefäßverschlüsse auf, andererseits aber auch Aussackungen der kleinen Kapillaren. Im weiteren Verlauf bilden sich krankhaft neue Gefäße, die aus der Netzhaut in den Glaskörper wuchern. In diesem Stadium der diabetischen Retinopathie ist das Sehvermögen bereits stark gefährdet. Aus den krankhaften Gefäßwucherungen treten Blutungen in den Glaskörper ein, die die Sehachse verlegen. Gleichzeitig können sich Stränge bilden, die wie ?Zugseile? die Netzhaut von Ihrer Unterlage, der sie ernährenden Aderhaut ablösen. Diese Form der diabetischen Netzhauterkrankung bezeichnet man als proliferative diabetische Vitreo-Retinopathie. Wird Ihrer Entwicklung nicht Einhalt geboten, führt sie unweigerlich zur Erblindung.
Je früher Gefäßveränderungen durch den Augenarzt erkannt und behandelt werden, desto sanfter kann die Behandlung sein.
In den noch nicht allzu fortgeschrittenen Stadien der diabetischen Retinopathie ist es heute möglich, durch die praktisch schmerzfreie Laserkoagulation das weitere Fortschreiten der Gefäßveränderung zu verhindern.